15. Februar 2018

Erziehung - eine Einstellungssache!?



So, jetzt ist es an der Zeit, mich auch mal in die Schusslinie zu begeben!


Wer mich kennt weiß, dass ich meinen Kindern Werte vermitteln will, sie liebevoll und respektvoll erziehe und vor allem ganz viel mit ihnen spreche und erkläre. Und wo es geht, lasse ich sie frei entscheiden.

Wenn ich aber so mache Beiträge bei Twitter, Facebook oder sonst wo lese, bleibt mir manchmal nichts anderes übrig, als fassungslos auf mein Handy zu starren.
 
Dass Kinder ihre eigenen Entscheidungen treffen und sich frei entfalten sollen, steht außer Frage.

Ich finde, es gibt aber Situationen, in denen wir als Eltern besondere Verantwortung für unsere Kinder übernehmen müssen, weil sie sich durch ihr gewünschtes Verhalten schlichtweg schaden würden. Gerade Babys und Kleinkinder haben ja nun mal nicht den Weitblick, um immer die Tragweite ihrer Handlungen absehen zu können.

Ich bin sicher – oder hoffe zumindest sehr – dass kein Elternteil sein Kind vor ein Auto rennen lassen würde, weil es gerne über die Straße rennen möchte.
Und im Alltag mit Kindern gibt es eben leider viele solcher, wenn auch nicht ganz so drastische, Situationen. 

Ist es wirklich sinnvoll, ein kleines Kind 12 Stunden in der vollen Windel herumlaufen zu lassen, nur weil es sie nicht wechseln möchte, und damit einen wunden Po zu riskieren? Oder nicht Zähne zu putzen, weil das Kind es nicht möchte? Sollte ein Kind im tiefsten Winter mit T-Shirt rausgehen, weil es seine Jacke nicht anziehen will? 

Ich möchte als Mutter nicht dafür verantwortlich sein, dass mein Kind sich unwohl fühlt, Schmerzen hat oder gar krank wird, nur weil es noch nicht in der Lage ist, gut genug vorausschauend zu denken.

Denn Verletzungen und Krankheiten zu verhindern ist doch die Aufgabe der Eltern, oder? Und ganz ehrlich, um bei dem Beispiel mit der Windel zu bleiben, mir kann doch keiner erzählen, dass ein Kind einen bleibenden Schaden davonträgt, wenn ihm die Windel dann ausgezogen wird – selbstverständlich mit Vorwarnung und Erklärung.

Manchmal hilft es doch auch einfach seinen gesunden Menschenverstand einzusetzen und dann zu entscheiden, ob es sich um eine Situation handelt, in der das Kind völlig frei entscheiden kann, oder ob etwas einfach getan werden muss. Ich putze ja beispielsweise auch mein Haus, obwohl ich meine Zeit angenehmer verbringen könnte.

Oft habe ich den Eindruck, dass sich einfach ohne Wenn und Aber an ein bestimmtes Erziehungskonzept gehalten wird, einfach, weil man sich dafür entschieden hat. Ob es dann so funktioniert, interessiert dann nicht mehr so sehr. Außerdem unterschreibt man ja bei der Geburt der Kinder keinen Vertrag, in dem man sich auf ein bestimmtes Konzept festlegt. Denn wie so oft, macht es doch die Mischung, oder?

Und wer sagt denn, dass nur die Kinder das Recht haben, respektvoll behandelt zu werden? Auch uns Erwachsenen sollte beispielsweise kein aggressives Verhalten entgegengebracht werden. Und wenn es doch einmal so ist, weil die Kinder nicht wissen, wie sie mit ihrer Wut umgehen sollen, oder warum auch immer, ist es eben Aufgabe der Eltern Alternativen aufzuzeigen und klare Grenzen zu setzen. Leider ist das Grenzensetzen wohl nicht mehr allzu sehr in Mode. Dabei hat das ja nichts mit Gewalt gegen Kinder zu tun, man kann das auch, indem man den Kindern erklärt, was man tut. Und ich finde, das Zauberwort ist in diesem Fall: Konsequenz. Kinder sollten wissen, was von ihnen erwartet wird und dass nicht jedes Verhalten toleriert werden kann. 

Denn – ich weiß, das gefällt vielen nicht – es ist ja in unserer Gesellschaft nun einmal so, dass man nicht immer machen kann, was man will. Spätestens in der Schule werden diese Kinder dann wirkliche Anpassungsschwierigkeiten bekommen!


Ich bin mir bewusst, dass es gerade, was Erziehung von Kindern angeht, unendlich viele verschiedene Einstellungen gibt. Dieses hier ist meine und die musste einfach mal raus!



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Kommentare:

  1. Ich sagte auf Twitter schon, dass ich denke, Streit lohnt sich nicht. Aber ich möchte dir trotzdem mal einen meiner älteren Blogposts ans Herz legen, sozusagen aus Sicht einer "Kind entscheiden lassen - Mama". https://www.2kindchaos.com/familie/erziehung/kind-darf-selbst-entscheiden-was-es-anzieht

    Man kann Kindern nämlich mehr vertrauen, als man so denkt - und in dem Fall der betroffenen Bloggerin denke ich, dass es für das Kind wichtiger ist, seine Autonomie auszuleben, als die Windel auszuziehen - weil es eben ein spezieller Fall ist (Probleme im KiGa). Solche Phasen gehen vorbei, und so lange sie keine Probleme mit Dermatitis o.ä. hat würde ich auch keinen Streß machen. Liebe Grüße, Frida

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    1. Danke für den Link zu deinem Blogpost. Natürlich hast du Recht und ein Streit lohnt sich nicht. Aber wie ich ja auch bei Twitter geschrieben hatte, hat dieser Tweet eben das Fass zum Überlaufen gebracht. Auch ich lasse meine Kinder ihre Erfahrungen machen, es gibt eben aber auch Situationen, in denen man als Eltern etwas vorgeben muss. Ich vertrete nunmal das Konzept des AP nicht und würde mich als autoritativ bezeichnen. Ich bin mir aber sicher, dass Kinder in beiden Erziehungsstilen glücklich und respektiert aufwachsen können.

      Liebe Grüße, Viola

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  2. Ich finde schon, dass wir unseren Kindern oft etwas mehr zutrauen könnten bzw sie auch manchmal ihre eigenen Erfahrungen machen müssen. Das Löwenmädchen wollte an Fastnacht im Kindergarten unbedingt nur ein Top anziehen. Wir haben dann vereinbart, dass wir einen Pulli an die Garderobe legen, den sie anziehen kann, wenn ihr kalt wird. Im Endeffekt hat sie ihn sich dann sofort selbst angezogen, weil sie es eben doch frisch fand. Und der Löwenjunge entscheidet gerne selbst, wann er gewickelt werden will. Das heißt, im NOrmalfall blättert er noch das Buch durch, das er gerade liest, und lässt sich dann ohne Probleme wickeln. Mir ist es wichtig, dass er gerade bei "körperlichen" Dingen selbst entscheidet - er ist geistig behindert und damit einfach einem größeren Missbrauchsrisiko ausgesetzt. Wo sonst soll er lernen, dass es SEIN Körper ist? Andererseits würde ich persönlich es auch nicht aushalten, wenn er längere Zeit mit einer gefüllten Windel neben mir sitzt - da ist dann auch bei mir eine Grenze überschritten, und das weiß er. Es kommt halt auch immer aufs Kind und die Gesamtsituation an. (übrigens habe ich besagten Tweet nicht gelesen, falls ich mich jetzt hier total in die Nesseln setze)

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  3. Ich gebe Dir da völlig recht. Auch ich finde das es Entscheidungen gibt die bei den Eltern, nicht bei den Kindern liegen sollte. Klar lernt ein Kind auch das es kalt ist, wenn ich es ich es im T-Shirt rauslasse, aber muss man erst eine Erkältung riskieren? Ich sage nein. Unsere Tochter darf auch vieles entscheiden, aber es gibt Grenzen. Liebe Grüße, Nicole.

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  4. Sehr gut geschrieben!
    Denke, viele Eltern sind mit dieser autonom Erziehung (oder wie die auch immer heißt) völlig überfordert.
    Das Kind darf alles, was es will... Auch wenn es gar nicht wirklich weiß was es will, es sagt einfach irgendwas und die Eltern machen es...
    Ein Kind braucht Grenzen und die Eltern haben die Aufgabe Grenzen zu setzen! Sonst bräuchten die Kinder keine Eltern...
    Natürlich sollte man die Grenzen so gestalten, dass sie an die kognitive Reife des Kindes angepasst sind und die Grenzen können sich auch verändern- logisch.
    Ein Kind 12h in einer nassen Windel herumlaufen zu lassen ist Vernachlässigung und hat nichts mit Erziehung zu tun...

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