14. Januar 2018

Welche weiterführende Schule ist die richtige Schule für mein Kind?




Es ist für mich irgendwie immer noch unfassbar, aber unsere Große ist mittlerweile in der vierten Klasse und nun steht eine sehr wichtige Entscheidung an: 

Auf welche Schule soll sie gehen?

Da sich sicher einige von euch gerade in derselben Situation befinden, schreibe ich euch mal unsere bisherigen Überlegungen möglichst allgemein auf. Vielleicht dienen sie dem ein oder anderen ja auch als Entscheidungshilfe.
 

Hier im Saarland gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Die Gemeinschaftsschulen oder die Gymnasien. Außerdem gibt es in unserer Nähe auch noch eine Realschule, die sich in kirchlicher Trägerschaft befindet und daher neben den anderen beiden Schulformen bestehen darf. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie begehrt die Plätze an dieser Schule sind. Das aber nur kurz vorab, um unsere Situation besser zu verstehen.



Noten des Kindes

Obwohl hier im Saarland die Empfehlung der Grundschullehrer nicht bindend ist, ist es natürlich unerlässlich auf die Noten des Kindes zu schauen. Unsere Tochter erbringt gute Leistungen, so dass wir sie mit gutem Gewissen auf ein Gymnasium schicken könnten.

Leistungsbereitschaft/Motivation und Leistungsdruck

Dass der Leistungsdruck auf einem Gymnasium recht hoch ist, ist leider – gerade mit G 8 – eine Tatsache. Allerdings denke ich, dass sich die Schüler auf keiner Schulform gemütlich zurücklehnen können. Man sollte aber dennoch im Blick haben, ob sein Kind diesen Erwartungen auch gewachsen ist und bereit ist, fleißig zu sein. Das kann man natürlich nie ganz genau vorhersagen und während der Pubertät sieht es vielleicht auch wieder ganz anders aus, aber man hat ja trotzdem in den ersten vier Schuljahren einen Gewissen Eindruck bekommen. Unsere Tochter ist sicher keine Schülerin, die sich morgens freudig und bereitwillig an den Schreibtisch setzen wird um zu lernen, aber sie kann konzentriert arbeiten. 

Gymnasium oder Realschule?

Wie schon erwähnt, wollen viele Eltern ihre Kinder auf die Realschule schicken – mit dem Hintergedanken, dass das Kind danach auf das Gymnasium wechselt und so quasi das Abitur trotz G8 in neun Jahren machen kann. Das kommt für mich persönlich nicht in Frage, denn so würde ich meiner Tochter zwei Abschlussprüfungen und damit verbunden natürlich auch 2x Stress zumuten. Ich bin mir nicht sicher, ob sich das ersparte Jahr mit dem Stress des Realschulabschlusses wirklich aufwiegt. Diese Überlegung gilt natürlich nur, wenn man trotzdem das Abitur fest im Blick hat. Steht jetzt schon fest, dass das Kind eine Ausbildung machen soll, ist eine Realschule sicher eine gute Wahl!

Welches Gymnasium ist das richtige für mein Kind?

Hierbei kommen sicher viele Faktoren zusammen.

Fahrzeit

Einigen ist die Fahrzeit wichtig.
Da haben wir das Glück, dass sich diese kaum unterscheiden würden.

Freunde
 
Anderen ist es wichtig, dass ihr Kind mit ihren Freundinnen oder Freunden in eine Klasse kommt.

Ich fände es natürlich toll, wenn dem so wäre, denn so fällt die Eingewöhnung sicher leichter, aber Freundschaften verändern sich. Die Kinder lernen auch andere Kinder kennen und es gibt keine Garantie dafür, dass Grundschulfreundschaften erhalten bleiben. Daher würde ich persönlich mein Kind niemals allein aus diesem Grund auf eine bestimmte Schule schicken.

Lehrer

Zum Thema Lehrer kann ich aus eigener Erfahrung sagen, man kann an jeder Schule Glück oder Pech mit den zugeteilten Lehrern haben. Daher fällt das für mich komplett aus den Überlegungen heraus.

Schulklima

Viel wichtiger ist mir das Schulklima.

Und das ist genau der schwierigste Punkt. Man hört von allen Seiten sehr unterschiedliche Meinungen, die Schulen präsentieren sich natürlich auch an den Infotagen von ihrer Schokoladenseite. Deshalb finde ich es ganz wichtig, da auf sein Bauchgefühl (und auch das seines Kindes!) zu hören und auch mit Schülern der Schule zu sprechen. Man darf ja nicht vergessen, dass die Kinder dort den Großteil ihres Tages verbringen werden und deshalb auf jeden Fall mit einem guten Gefühl hingehen sollten.
 
Deshalb finde ich die Meinung des Kindes sollte auf jeden Fall auch mit in die Entscheidung einbezogen werden.

Sprachenfolgen/AGs und Zweige

Jede Schule setzt ihre eigenen Schwerpunkte. Die eine Schule fängt mit Französisch an, die andere mit Englisch. Die eine bietet später Latein an, die andere Spanisch oder eine ganz andere Sprache. Es gibt mathematische Zweige, sprachliche Zweige, eine Vielzahl an freiwilligen Arbeitsgemeinschaften, Klassenfahrten, Sportklassen, musikalische Klassen,… Bei so vielen Möglichkeiten sollte man schauen, was am besten zu seinem Kind passt. Und ich bin ehrlich, ich kann nicht voraussehen, was mein Kind später für Fächer wählen möchte. Deshalb stelle ich meinen ganz subjektiven Eindruck von der Schule in den Vordergrund. Sollte sich nämlich Ende der achten Klasse – also in 4 Jahren – herausstellen, dass mein Kind wirklich eine ganz andere Fächerkombination machen möchte, steht einem Schulwechsel ja eigentlich nichts im Wege. Deshalb mein Plädoyer: Sucht die Schule heraus, die euch momentan für euer Kind am besten erscheint und setzt euch nicht zu stark unter Druck. An jeder Schule wird es Lehrer geben, die nicht eure Ansprüche erfüllen und es wird an jeder Schule Schüler geben, die einen schlechten Einfluss auf eure Kinder haben könnten. Der Lehrplan ist an allen Schulen gleich, so dass es fachlich nichts verpassen wird.

Wir selbst sind gerade noch in der Entscheidungsphase. Auch wenn wir für unsere Tochter schon eine Schule favorisieren, wollen wir ihr beide Möglichkeiten zeigen. Die Schulform geben wir jedoch vor, denn meiner Meinung nach hat ein Kind der vierten Klasse noch nicht den Weitblick um eine Entscheidung über die passende Schulform treffen zu können.


Wie ist es bei euch? Was ist euch bei der Schulwahl wichtig? Habt ihr noch Punkte, die wir nicht bedacht haben? Dann kommentiert sehr gerne, das interessiert mich momentan natürlich besonders.

Und liebe Mamas, die ihre Kinder schon auf der weiterführenden Schule haben, erzählt doch mal, wie der Wechsel bei euch war. Seid ihr noch zufrieden mit eurer Entscheidung?





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Kommentare:

  1. In Bayern hat man notenabhängig die Wahl zwischen Haupt-/Mittelschule, Gymnasium (G9) und Realschule. Lehrer geben hier eine Empfehlung. Jedoch stehen unserer Tochter durch durchgehend sehr gute Leistungen alle Türen offen. Unsere Tochter tut sich schwer mit der Entscheidung. Sie ist sowohl sprachlich sehr interessiert aber auch sehr musikalisch und schwankt zwischen der Entscheidung, ob sie ein Gymnasium mit musischem oder sprachlichem Zweig besuchen möchte. Im Alter von neun Jahren aber auch nicht einfach! Von Freundinnen macht sie ihre Entscheidung gar nicht abhängig, es gibt in der Klasse aber auch Mädchen, die sich unbedingt nach ihren Freundinnen richten wollen. Wir haben noch ein paar Monate Zeit, uns zu entscheiden, wollen unserer Tochter aber so wenig wie möglich reinreden und werden sie so gut es geht bei der Entscheidung unterstützen.

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  2. Wir sind bzw. waren auch in der Entscheidungsfindung. Unsere Tochter besucht auch gerade die vierte Klasse. Wir haben uns zwei Schulen angeschaut, die in Frage kommen. Die eine das staatliche Gymnasium im Ort und die andere, eine Privatschule (in kirchlicher Trägerschaft), in der sowohl eine Realschule als auch ein Gymnasium untergebracht sind. Der Fahrweg zur Privatschule ist zwar weiter und es werden keine oder evtl nur eine Freundin von ihr hingehen. Allerdings hat uns das Konzept und vor allem der Gemeinschaftsgedanke der Schule überzeugt. Wir werden diese Woche die Anmeldung abgeben. Sollten wir dort nicht genommen werden, dann wird es das Gymnasium vor Ort (hier gibt es nur das eine). G8 ist bei uns glücklicherweise abgeschafft.
    Liebe Grüße Hanna

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  3. Bei uns wurde es einmal ein Gymnasium und einmal eine Gemeinschaftsschule, trotz Gymnasiumempfehlung. Eindeutig familienfreundlicher und stressfreier ist die Gemeinschaftsschule. Sie kann dort Realschulabschluss machen und danach entscheiden, ob Lehre oder weiter Schule.

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